Städtische Kleingärten als willkommener Lebensraum für Insekten

Das große Insektensterben ist bekanntlich auf die massenhafte und flächendeckende Anwendung von Pestiziden und Insektizide aller Art, fortschreitende Umweltverschmutzung sowie Verkappung von naturbelassenen Lebensgebieten zurückzuführen.


Seit September 2019 läuft ein Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung, damit Insektenartenvielfalt bewahrt wird und das Insektensterben gestoppt wird. Am 10. Februar 2021 wurde das Insektenschutzpaket verabschiedet.

Insekten sind ein integraler Bestandteil unseren Ökosystems und ein Glied der Nahrungskette.

Vogelarten wie Blaukehlchen, Mehlschwalbe oder Dorngrasmücke ernähren sich von den Insekten und können nur mit genügend Nahrung ihr Nachkommen aufziehen. Somit ist Insektenschutz auch indirekt eine Versorgemassnahme gegen Vogel-, Reptilien- und Tieraussterben

Unser Ökosystem ist auf die Insekten angewiesen, sodass ein Kleingarten ein Zuhause für Insekten, durch Verzicht auf Pestizide und Kunstdünger sowie insektenfreundliche Gartengestaltung und Gartenführung, werden kann.

In Deutschland gibt es mehr als 33.300 Insektenarten. Damit sind fast drei Viertel aller Tierarten in Deutschland Insekten, darunter Bienen, Käfer, Schmetterlinge, Libellen, Heuschrecken, Ameisen und Fliegen.


Was krabbelt denn da?

Nicht alles was krabbelt, kann als Insekt bezeichnet werden. Denn alle Insekten haben sechs Beine und viele von ihnen können fliegen. Beides unterscheidet sie von den Spinnentieren. Ein Insektenkörper ist dazu deutlich in drei Teile gegliedert: dem Kopf mit den Facettenaugen und Mundwerkzeugen, der Brust mit den drei Beinpaaren und Flügeln sowie dem Hinterleib mit den Verdauungs- und Fortpflanzungsorganen.

Bieten Sie unseren Insekten einen insektenfreundlichen Garten an

Sträucher wie Garten-Hibiskus, Holunder, Kornelkirsche, Sommerflieder locken Insekten an. Bärlauch, Dill, Salbei, Schnittlauch, Zitronenmelisse, Minzen aller Art laden ebenfalls die Insekten zum Verweilen ein.

Bevorzugen Sie einfach blühende Rosen, den gefüllten und geschlossenen Rosenblüten bei der Gartengestaltung, so können emsige Bienen, Hummeln und Schmetterlinge Nektar und Pollen sammeln.

Im Herbst belassen Sie vertrocknete Blüten- und Pflanzenstängel, damit die Insekten einen Unterschlupf in der kalten Jahreszeit haben können. Laub unter Bäumen und Sträuchern liegen lassen, weil darin Eier, Puppen und Raupen überwintern können.

Sandflächen, trockene Mauern, Totholz dienen den Insekten als Nisthilfe. Aufstellen einen Insektenhotels ist ebenfalls vom Vorteil.

Selbst, wenn Sie nur einen Teil der erwähnten Maßnahmen realisieren, werden Sie durch die often Besuche der Schmetterlinge, Libellen, Bienen, Hummeln, Käfer belohnt.

 

Bockkäfer auf der Kartoffelblüte
Klee im Rasen erfreut Hummel
Auch dem Pfauenauge schmeckt unser Kürbisbrei
Feuerwanzen auf einem Baumstumpf
Gelbe Keiljungfer auf einem Pflanzstab