BBSR-Studie: Kleingärten liegen vor allem in den Großstädten im Trend

Besonders in großen Städten und verdichteten Räumen werden Kleingärten immer beliebter. Eine vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) beauftragte Studie zeigt, wie sich Kleingartenvereine gemeinsam mit Kommunen auf eine sich ändernde Nachfrage einstellen.

Die einzelnen Bundesländer sind der Studie zufolge sehr unterschiedlich mit Kleingärten ausgestattet. Mehr als der Hälfte aller Kleingärten – rund eine halbe Million – liegen in den ostdeutschen Ländern. Bundesweit stehen rund 65.000 Kleingärten leer. Vor allem in ländlichen Regionen mit sinkender Einwohnerzahl stieg der Leerstand von Kleingärten zuletzt an. Die mangelnde Nachfrage ist auch ein Grund dafür, warum der Bestand seit 2011 um rund 25.000 Kleingärten sank. In vielen großen und wachsenden Städten ist die Nachfrage dagegen gestiegen, besonders junge Familien verwirklichen hier ihren Wunsch nach einem eigenen Garten. Die Kleingartennutzer werden nicht nur jünger, sondern auch internationaler, weil immer mehr Menschen unterschiedlicher Herkunft die Angebote der Vereine nutzen.

Zwar geraten Kleingärtengebiete zunehmend in Konkurrenz zu anderen Nutzungsansprüchen – etwa für den Wohnungsbau. Dennoch reduzierte sich der Bestand in den wachsenden Städten laut Studie nur geringfügig. Ein Grund dafür ist die im Bundeskleingartengesetz verankerte Ersatzpflicht für Kleingärten, die in einigen Kommunen durch weitere Vereinbarungen zusätzlich konkretisiert werden. Um der Nachfrage nach Kleingärten in den wachsenden Städten besser gerecht zu werden, entstehen mancherorts kleinere Parzellen, große Gärten werden geteilt oder mehr Flächen gemeinschaftlich genutzt.

Die Kleingartengemeinschaft öffnet sich zusehends und fügt sich immer stärker in das öffentlich zugängliche Grün- und Freiraumsystem der Städte ein. Die Kleingartenvereine passen sich der Studie zufolge zunehmend den sich wandelnden Bedürfnissen nach „Grün in der Stadt“ an, indem sie Zäune abbauen, Angebote auch für die Anwohner der angrenzenden Quartiere schaffen und durch Beratung eine nachhaltige Bewirtschaftung der Gärten unterstützen. Auch bieten viele Vereine Kitas und Schulen die Möglichkeit, Flächen als naturnahe Lernorte zu nutzen.

„Kleingärten sind Orte gemeinschaftlicher Erlebnisse, der Erholung und Freizeitgestaltung. Sie stärken das Miteinander und fördern die Integration. Sie tragen zu einem besseren Stadtklima und einer vielfältigen Stadtnatur bei. Das bürgerschaftliche Engagement der Vereine fördert den Erhalt von Grün- und Freiräumen. Die Studie zeigt, wie sich die grünen Oasen auch in den dicht bebauten Städten entwickeln lassen, damit möglichst viele Menschen davon profitieren“, sagt der Leiter des BBSR Dr. Markus Eltges.

Quelle: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Heißer Sommer – Zeckenzeit

Von Susanne Trampe
Wenn der Sommer heiß und trocken ist, beißen Zecken besonders gern und häufig. So ist der Anlass zu diesem Artikel auch der selbst erlebte Zeckenbiss.
Ich beginne mit einer guten Nachricht: man merkt, wenn das Biest sticht, nicht ganz so schmerzhaft wie ein Wespenstich, aber fühlbar, bei mir in der Leiste. Ich konnte also die Zecke, noch ganz klein, frühzeitig mit einer Zeckenzange entfernen. Das ist ein nützliches kleines Werkzeug, denn eine Zecke mit den Fingern zu entfernen, ist schwierig.
Wenn eine Zecke anfängt zu saugen, ist sie ca. 1-2 mm klein und schwer zu fassen und es braucht an manchen Körperteilen eine zirkusartige Akrobatik, um dort eine Zecke greifen zu können.
Also, Vorsorgetipp Nr. 1: in die Apotheke gehen und eine Zeckenzange kaufen, kostet nur ganz kleines Geld. In den nächsten Tagen bis zu zwei Wochen, sollte die Einstichstelle beobachtet werden, ob sich dort eine Rötung zeigt. Im Zweifelsfall den Hausarzt konsultieren, um eine Borreliose auszuschließen. Sollte es zu einer Borreliose-Infektion gekommen sein, kann diese erfolgversprechend mit Antibiotika behandelt werden.
Rund um die Borreliose gibt es eigentlich nur gute Nachrichten. Zunächst, es gibt sie ganz selten. Nur 5-35% aller Zecken tragen Borrelien, nur 2-6% der Gestochenen erkranken an grippeähnlichen Symptomen. Wenn es denn zu einer Erkrankung kommt, kann sie behandelt werden. Borrelien sind Bakterien und werden mit Antibiotika erfolgreich behandelt, je früher die Behandlung begonnen wird, desto besser. Deshalb sollte die Einstichstelle beobachtet werden, s.o. Man kann also etwas tun.
Hässlicher ist eine FSME-Infektion. FSME steht für Frühsommer Meningo-Enzephalitis. Das heisst, wenn das Vollbild der Erkrankung erreicht wird, kommt es zu Gehirn- und Hirnhautentzündungen, mit allen üblen neurologischen Ausfallerscheinungen, die vorstellbar sind, bis hin zu Lähmungen, Atemlähmung, nichts davon möchte man haben.
Wer nun denkt, das kann uns hier im Norden nicht passieren, denkt leider falsch. Wir sind zwar hier in Berlin kein Risikogebiet, aber die FSME hat es mittlerweile bis an die Küsten geschafft. Das Robert-Koch-Institut vermerkt für 2017 einen FSME-Fall in Berlin. Ich hatte nicht die geringste Lust der einzige FSME-Fall für 2018 zu werden. Die FSME wird nämlich im Gegensatz zur Borreliose nicht von Bakterien, sondern von einem Virus verursacht. Hier gibt es keine zuverlässige, wirklich erfolgversprechende Behandlung, wenn es einen erwischt hat. Hier gibt es nur eine Möglichkeit, sich zu schützen: die Impfung!
Vorsorgetipp Nr. 2: zum Hausarzt gehen und gegen FSME impfen lassen. Meist werden die Kosten von Kassen übernommen. Und auch wenn es selbst bezahlt werden muss, kostet es kleines Geld, wenn dagegen die Schwere der Erkrankung steht. Bei der Gartenarbeit haben wir reichlich Gelegenheit mit Zecken in Kontakt zu kommen. Die Sommer sollen immer öfter heiß und trocken werden und die Zecken werden sich weiter vermehren. Vor den Krankheiten, die die Zecken übertragen, können wir uns schützen, wir müssen es nur tun. Mein Impfschutz gegen FSME ist jetzt wieder aufgefrischt und ich weiß genau, wo meine Zeckenzange liegt.

Handy-App, Natur dran

Die Bundesumweltministerin besuchte im März das Schöneberger Südgelände und unseren Bezirksverband der Kleingärtner. Im Nachgang dazu gibt es jetzt die App „Naturblick“: Bäume, Kräuter, Wildblumen, Säugetiere, Amphibien und Reptilien lassen sich intuitiv bestimmen. Über den Sprachrecorder des Smartphones erkennt die App sogar die Sprache von Amsel, Drossel, Fink und Star. Das geografische Anwendungsgebiet der App ist zunächst auf Berlin beschränkt.

Pressemitteilung des BMUB

Insekten zieht es in die Stadt

Pestizide und Monokulturen vertreiben Falter, Bienen und ihre Artgenossen vom Land. Kleingärten und Parks in Berlin sind bei Insekten beliebt. Jeder kann zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen.

Insekten und Vögel fühlen sich mittlerweile in der Stadt oft wohler als auf dem Land. Das mag seltsam klingen, aber Berlin ist bei fliegenden, kriechenden, summenden und brummenden Tierchen beliebter als Brandenburg. Das erklärt Hannes Petrischak von der Hans-Sielmann-Stiftung, einer Organisation, die sich dem Naturschutz verschrieben hat.

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Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten, aber auch Vögel wie etwa Feldsperlinge zieht es in die Stadt. „Berlin ist eine sehr grüne Stadt, es gibt viele Parks und Kleingartenanlagen“, erklärt auch Steidle. Diese werden weniger mit Pestiziden und Dünger behandelt, die Natur ist vielfältiger und nicht auf Ertrag ausgerichtet.

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Die Stadt kann aber nicht die Rettung der Insekten sein, sagt Steffan-Dewenter. Denn auch Gärtner sprühen Gift gegen Schädlinge, der Verkehr schadet den Tieren, die abendliche Beleuchtung irritiert nachtaktive Insekten. Außerdem wird immer mehr gebaut, Brachflächen fallen weg, der Boden wird mit Beton versiegelt.

Von der Politik erwarten sich die Wissenschaftler nun ein Machtwort. Schädlinge könnten auch ohne Pestizide bekämpft werden, erklärt Steffan-Dewenter. Etwa, indem man ihre natürlichen Gegner fördert und Monokulturen reduziert – je mehr es von ihrer präferierten Nahrung gibt, desto größer werden die Schädlingspopulationen. Außerdem sei es „ein Armutszeugnis, dass Deutschland keine langfristigen Beobachtungsprogramme für Biodiversität hat“, sagt Steffan-Dewenter.

Dass es immer weniger Insekten gebe, sei zwar ein diffuses Gefühl gewesen, doch nun gibt es erstmals Zahlen dazu – ehrenamtlich erhoben von Hobby-Insektenkundlern, nicht durch eine Universität oder Forschungseinrichtung. Er fordert Fördermittel vom Bund für zukünftige Studien zu diesem Thema.

Aber auch jeder Einzelne kann etwas tun, um die Artenvielfalt zu erhalten. Wenn man seinen Rasen nicht düngt, keine Pestizide einsetzt, nicht so oft mäht und auch abgeblühte Pflanzen mal stehen lässt, hilft das schon. Auch beim Konsum von Lebensmitteln kann man zu insektenfreundlich hergestellten, ökologischen Produkten greifen, sagen die Forscher.

 

Den ganzen artikel gibt es hier (externer Link zum Tagesspiegel)

TV-Tipp: Neustart im Kleingarten

Eigentlich dachten sie, ein Kleingarten sei spießig und etwas für Rentner. Doch dann siegte bei Sarah Weiskittel und Tobias Heidrich der Gedanke, eigenes Gemüse ernten zu können. In ihrer Heimatstadt Hannover haben sie sich einen verwilderten Kleingarten zugelegt. Ihr Ziel: Sie wollen ein Gemüsebeet anlegen, um am Ende des Gartenjahres hoffentlich gute Ernte einfahren zu können.

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Weiterlesen auf den Seiten des RBB (externer Link)

Sendetermin:

  • Sonntag, 30. Juli 2017,
  • 18:00-18:30 Uhr
  • RBB

Der Fluch des Kleingartens – Während Berliner Jahre auf eine Parzelle warten, finden Schrebergärtner auf dem Land keine Nachfolger

Berlin.  Früher hat sich Herbert Woitschig auf den Sommer gefreut. Heute ist ihm die warme Jahreszeit ein Graus. Denn der Rentner weiß: Wenn die Pflanzen sprießen, muss er raus in den Garten. Rasenmähen, Unkraut jäten – das ist dem 81-Jährigen zu viel. Seinen Schrebergarten in der Lutherstadt Wittenberg möchte er aufgeben und zwar so schnell wie möglich. Doch niemand möchte seine Parzelle haben. Menschen der Großstadt können das kaum fassen, denn ob Berlin, Stuttgart oder München – hier herrscht Parzellenmangel, es gibt lange Wartelisten. „Im Schnitt müssen sich Interessierte drei bis sechs Jahre gedulden“, so Günter Landgraf, Präsident der Gartenfreunde in Berlin. In anderen Großstädten ist es ähnlich.

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Quelle: Berliner Morgenpost

Den ganzen Artikel gibt es hier (externer Link)

Rot-rot-grüner Koalitionsvertrag: „Kleingärten werden dauerhaft gesichert“

Seit Dezember 2016 wird Berlin von einem neuen Senat regiert, der sich auf die Mehrheit von SPD, Linke und Grünen stützt. Auch für das Thema Kleingärten haben die Koalitionsfraktionen Vereinbarungen getroffen.

So heißt es im Abschnitt „Kleingärten sichern“ auf Seite 162 des Koalitionsvertrages:

„Kleingärten erfüllen neben dem ökologischen Aspekt eine wichtige soziale und gesundheitsfördernde Funktion und tragen wesentlich zur Verbesserung des Stadtklimas bei. Daher werden in der wachsenden Stadt in ausreichendem Maße Flächen für Kleingärtner*innen gesichert. Mit diesem Ziel werden Vereinbarungen mit den Institutionen des Kleingartenwesens getroffen, im Bedarfsfall wird die Koalition Ersatzparzellen auch in räumlicher Nähe schaffen. Dies wird über den vom Abgeordnetenhaus zu beschließenden Kleingartenentwicklungsplan abgesichert. Zusammen mit den Kleingärtner*innen will die Koalition eine Strategie zum ökologischen Gärtnern, zur interkulturellen Öffnung der Gärten in die Kieze und zur Schaffung „Grüner Bildungsorte“ entwickeln.“

Grundsätzlich begrüßen wir die Wertschätzung seitens der Politik für die Berliner Kleingärten. Hinsichtlich des Kleingartenentwicklungsplanes wünschen wir uns, frühzeitig eingebunden zu werden.

Die Gesamtausgabe des Koalitionsvertrages gibt es hier (externer Link)