Tipps vom Gartenfachberater

An dieser Stelle findet Ihr zukünftig interessante Informationen vom Pflanzenschutzamt, Sparte Fachinformationen Pflanzenschutz ( Grünes Blatt ), und dem Berliner Gartenbrief.
In dieser Ausgabe handelt es sich um die neue Kennzeichnung für Pflanzenschutzmittel, sowie Schäden durch den Junikäfer und Gegenmaßnahmen.

Ab Mitte Juni neue Kennzeichnung für Pflanzenschutzmittel für den Hobbygärtner
Grundlage für eine Neukennzeichnung von Pflanzenschutzmitteln ist das novellierte Pflanzenschutzgesetz aus dem Jahr 2012. Deshalb finden Sie ab sofort beim Kauf von neuen Präparaten auf der Verpackung jetzt statt der Formulierung „Anwendung für Haus- und Kleingarten zulässig“ den neuen Hinweis „Anwendung durch nichtberufliche Anwender zulässig“. Sofern Mittel mit der alten Formulierung noch in Besitz des Freizeitgärtners sind, können diese selbstverständlich noch bis zum Ende der Zulassung und der üblichen Aufbrauchfrist verwendet werden.
Übrigens:ameisen_im_rasen4
… kleine Erdhäufchen auf dem Rasen mit bizarren Gangsystemen sind harmlos. Die teils heftigen Regenschauer der letzten Woche verursachten Wohnungnot bei den Ameisen, die unter dem Rasen ihre Bauten haben. Sie haben einfach dort weitergebaut, wo es nicht so nass ist. Jetzt kann der gut gelockerte, feinkrümelige Boden breit geharkt werden.

Schäden durch Junikäfer – Amphimallon solstitiale
Liegt ein Befall durch Larven (Engerlinge) verschiedener Blatthornkäfer vor, so sind vertrocknete Gräser, Löcher in Rasenflächen und durch Krähen aufgewühlte Rasenflächen die typischen Symptome.
Im Berliner Raum tritt vor allem der Junikäfer auf. Die Engerlinge fressen die Graswurzeln bis kurz unterhalb der Vegetationskegels ab. Die Pflanzen vertrocknen, die Grasnarbe wird braun und lässt sich leicht vom Untergrund abheben.

Gegenmaßnahmen:
Einsatz von Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora).Diese wirken sicher gegen die Larven der Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) und sind ebenfal
ls gegen das L1-Stadium der Junikäfer wirksam. D.h. aufgrund der Tatsache,
dass die Junikäfer einen zwei-dreijährigen Entwicklungszyklus durchmachen, ist eine Behandlung gegen die Junikäfer nur im Flugjahr sinnvoll.
Die Überwachungsergebnisse der vergangenen Jahre, die Beobachtungen des Schwarmfluges in diesem Jahr und die Fallenfänge weisen auf ein deutliches Flugjahr 2015 hin.
Der Einsatz von Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora) sollte Anfang August erfolgen. Die Bodentemperatur (sie sollte 12° C nicht unterschreiten) und eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit im Vorfeld ist dabei entscheidend.
Weiterhin sollte die Ausbringung in den Abendstunden vorgenommen werden, da das UV-Licht die Nematoden schädigt.

Biologie der Käfer

Vorkommen: auf sandigen, vorwiegend trockenen Wiesen oder gepflegten Rasenflächen
Flugzeit: Mitte Juni (Sonnenwende), nur Männchen schwärmen bei Sonnenuntergang vor Bäumen, Gebäuden
Eiablage: nestweise Ende Juni, unmittelbar nach der Begattung graben sich weibliche Käfer 6-8 cm tief in den Boden zur Eiablage (ca. 35 bis 40 Eier pro Weibchen) ein
Larvenschlupf: 3 Wochen nach der Eiablage
Larvenentwicklung: bis zum Winter Larvenfraß (L1- L2) an Graswurzeln, Überwinterung als L2, erst ab nächstem Frühjahr Fraß durch L3 über die gesamte Vegetation
Verpuppung: im Frühjahr des dritten Jahres in tieferen Bodenschichten
Überwinterung: als Larve (L2 ) im ersten und als Larve (L3) im zweiten Jahr
Schaden: nestweises Vertrocknen der Grasnarbe, Hauptschäden im zweiten Jahr, Sekundärschäden durch Vögel
Schadschwelle: Sodenquadrat 20 x 20cm = 4 Engerlinge

Auf Eure Fragen, Anregungen und Vorschläge freue ich mich.
Ihr erreicht mich auch weiterhin am Besten Samstags zwischen 10:00 und 12:00 Uhr in Parzelle 14.
Euer Gartenfachberater
Bernd Graße