
Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) hat sich in den vergangenen Jahren auch in unseren Breiten etabliert. Die tagaktive Tigermücke kann auch Krankheitserreger übertragen. Erste Infektionen mit Chikungunya-Viren durch dieses Insekt wurden jetzt in Straßburg in Frankreich nachgewiesen.
Deshalb ist es wichtig, ihre Vermehrung zu verhindern. Wie geht das?
Drei bis fünf Tage nach einer Blutmahlzeit legen die Tigermückenweibchen zwischen 40 und 90 Eier ab.
Für die Entwicklung der Eier zu Larven wird Wasser benötigt. Die Ablage der Eier erfolgt in kleinen Wasseransammlungen oder knapp über der Wasseroberfläche. Normalerweise dienen schattige Baumhöhlen mit Wasseransammlungen in Bodennähe als Brutstätten. Allerdings ist die Tigermücke sehr anpassungsfähig: Und so benutzt sie als Brutstätten auch gerne Wasserreste in Blumenvasen, Eimern, Regentonnen oder Pfützen auf Abdeckplanen oder in Altreifen.
Bei Überflutung schlüpfen die Larven und können sich über vier Larvenstadien und ein Puppenstadium zum erwachsenen Insekt entwickeln. Je nach Wassertemperatur und Nahrungsangebot variiert die Entwicklungsdauer: Bei Temperaturen um die 25°C und optimaler Nahrungsversorgung dauert das Larvenstadium fünf bis zehn Tage.
Auch Trockenphasen können die Eier überdauern, die Larven entwickeln sich dann, wenn die Brutstätten wieder mit Wasser gefüllt werden.
Glücklicherweise lassen sich mit einfachen, naturverträglichen Maßnahmen gute Erfolge erzielen:
Wasserquellen vermeiden – die wichtigste Maßnahme
• Gießkannen, Eimer und Vogeltränken regelmäßig leeren und reinigen
• Blumentopfuntersetzer vermeiden oder häufig ausleeren
• Regentonnen gut abdecken – dicht schließende Deckel verhindern die Eiablage (ist das Fallrohr länger als einen Meter, verirrt sich auch keine Mücke mehr ins Wasser)
• Wenn das nicht möglich ist: feine Netze (gibt es auch im Baumarkt) so über die Tonnen spannen, dass sie nicht ins Wasser hängen.
• Wassersammelstellen auf Planen, Spielzeug oder Gartenmöbeln beseitigen oder verschließen
Kleine Deckel, offene Rohre, in denen sich Wasser sammeln kann, reichen der Mücke zum Brüten aus.
• Wichtig ist das Reinigen der Wasserstellen, sonst bleiben die Eier haften und entwickeln sich nach dem nächsten Schauer
Unproblematisch sind Teiche mit einem lebendigen Ökosystem (auch ohne Fischbesatz) enthalten so gut wie nie Mückenlarven – den Fressfeinden sei Dank!
Wenn sonst nichts hilft: umweltverträgliche Mittel einsetzen
In Ausnahmefällen, wenn der Befall stark ist, kann der Einsatz von biologischen Larvenhemmern wie Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) in stehenden Gewässern helfen. Diese Mittel sind gezielt gegen Mückenlarven wirksam und schonen andere Insekten – sollten aber umsichtig und nur in zugelassenen Mengen verwendet werden.
Es ist zum Beispiel in Neudorff Stechmückenfrei im Handel erhältlich.
Die Tigermücke ist ein ernstzunehmender, aber beherrschbarer Eindringling. Wer seinen Garten beobachtet, unnötige Wasserstellen beseitigt und natürliche Gegenspieler fördert, trägt wirksam dazu bei, ihre Verbreitung einzudämmen. Damit der Aufenthalt im Garten für alle angenehm bleibt!
Quelle: https://www.gesundheitsamt-bw.de/lga/de/kompetenzzentren-netzwerke/arbo-baden-wuerttemberg/informationen-zur-tigermuecke/
Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aedes_Albopictus.jpg?uselang=de